Neuerscheinung


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Michael Fiedrowicz


John Henry Newman

und die

Kirchenväter

___

Anti-Liberalismus

im Geist

der

frühen Kirche


ISBN 978-3-941862-30-2



John Henry Newman (1801 – 1890) gehört zu den markantesten christlichen Theologengestalten des 19. Jahrhunderts. Schon früh entdeckte er seine Liebe zu den Kirchenvätern, deren Lektüre ihn sein ganzes Leben lang begleitete und tiefgehend prägte. Er studierte an der renommierten Universität Oxford Klassische Literatur, Ma-thematik, Physik und Theologie, war als Fellow am Oriel College tätig und trat in den kirchlichen Dienst der anglikanischen Kirche ein. Die verstärkte Einflussnahme des Staates auf die kirchliche Institution sowie die dort selbst virulenten Säkularisierungstendenzen veran-lassten ihn und weitere Gleichgesinnte, die sog. Oxfordbewegung zu begründen, welche eine Erneuerung der Kirche im Rückgriff auf die frühe Kirche forderte. Weiterführende Studien im Bereich der Kir-chengeschichte des 4. und 5. Jh., nämlich die großen christologischen Kontroversen in der Auseinandersetzung mit Arianismus und Mono-physitismus, ließen Newman jedoch die Unhaltbarkeit der Position der anglikanischen Via media zwischen Katholizismus und Protestan-tismus erkennen. Dies führte zu seinem Rückzug von seinem kirch-lichen Amt und schließlich zu seiner Konversion zur katholischen Kir-che. In Rom zum Priester geweiht, begründete er das Oratorium in Birmingham, wo er bis zu seinem Tod lebte und wirkte.


„Über 30, 40, 50 Jahre hin habe ich mich unter vollem Einsatz mei-ner Kräfte dem Geist des Liberalismus in der Religion widersetzt.“ Diese 1879 geäußerten Worte John Henry Newmans anlässlich seiner Ernennung zum Kardinal beinhalten eine zentrale Botschaft dieses großen Theologen: dass die Leugnung des Wahrheitsanspruchs in der Religion mit der Folge einer Indifferenz im religiösen Bereich und uneingeschränkter Toleranz für alle Bekenntnisse und alle Weltan-schauungen einen Bruch mit der Religion Jesu Christi darstellt. Un-trennbar mit dem Wahrheitsanspruch der christlichen Religion ver-bunden aber ist die Formulierung eines Bekenntnisses in präzisen Aussagen. Seit seiner Jugendzeit hatte Newman das „dogmatische Prinzip“, wie er es nannte, als konstitutiv für die Identität des Chris-tentums erkannt. In der Entfaltung dieser Erkenntnis und ihrer theo-logischen Fruchtbarmachung haben ihm die Kirchenväter als wichtige geistige Führer gedient.


Das neue Buch des Patrologen Prof. Dr. Fiedrowicz widmet sich in einem ersten Teil (Biographische Grundlegung) dem Lebensweg Newmans unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung der Kirchenväter für die Entwicklung und Prägung seines theologischen Profils. Sodann zeigt es in einem zweiten Teil (Systematische Ent-faltung) den theologischen Beitrag Newmans in der Auseinander-setzung mit den ideellen Herausforderungen und Gefahren der Neu-zeit, den er insbesondere aufgrund seiner Kenntnis der frühen Kirche und der patristischen Kontroversen leisten konnte. Hierbei wird das Konzept des 'Anti-Liberalismus', wie es Newman entwickelt hat, prä-zise herausgearbeitet – ein Konzept, das auch heute noch von großer Bedeutung in der Kirche sein sollte. Am Beispiel dieses großen christ-lichen Intellektuellen wird zudem deutlich, dass der Rückgriff auf die Theologie der Kirchenväter unerlässlich ist, um anhand der zahllosen modernen und häufig auch fragwürdigen Theologeme eine klare Richtschnur für den genuinen Glauben zu finden.

er Kirche sein sollte.

Herausgeber:  Prof. Dr. Michael Fiedrowicz; Theologische Fakultät Trier, Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums, Patrologie und Christliche Archäologie